Öffentliches Paket • Fundkontext

Fundmünzen vom Pfaffenberg

Der Pfaffenberg (am östlichen Rand von Carnuntum, heute durch Steinbrucharbeiten großteils abgetragen) war der „Heilige Berg“ (Sacer Mons) der antiken Metropole. Es handelte sich um einen ausgedehnten, staatlich-repräsentativen Tempelbezirk, der primär dem Kult des Iuppiter Optimus Maximus sowie dem römischen Kaiserkult gewidmet war. Die Anlage bestand aus mehreren Tempelbauten (darunter die Tempel I, II und III), Weihebezirken, dem Priesterhaus der magistri montis, einem Kulttheater sowie einer Vielzahl monumentaler Säulen- und Kaiserdenkmäler.

Die Grabungskampagnen (1970–1985)
Die systematische und großflächige Erforschung des Pfaffenberges erfolgte ab 1970 in langjährigen Kampagnen unter der Leitung von Hermann Vetters und Werner Jobst. Angesichts der akuten Bedrohung des Areals durch den modernen Kalksteinbruch handelte es sich um eine der bedeutendsten Rettungsgrabungen der Region. Im Zuge dieser Arbeiten wurden über 50 Fundamente von Weihealtären und monumentalen Denkmälern freigelegt und bauanalytisch untersucht. Da die Fundlage durch Jahrhunderte der Erosion und antike Umbauten komplex war, konnte die Bauabfolge erst durch moderne stratigrafische Beobachtungen und eine exakte Dokumentation des Fundmaterials differenziert werden.

Chronologie und Datierung anhand der Münz- und Inschriftenfunde
Die Entwicklung des Heiligtums reicht von der frühen Kaiserzeit bis in die Spätantike und lässt sich auf einer breiten Materialbasis in mehrere klare Bau- und Nutzungsphasen gliedern:

Frühe Holzbauphase und hadrianischer Ausbau: Erste epigraphische und numismatische Indizien weisen auf eine Nutzung ab flavischer Zeit hin. Der erste große architektonische Aufschwung ist fest mit Kaiser Hadrian (117–138 n. Chr.) verknüpft: Eine berühmte Bauinschrift aus den Jahren 128–138 n. Chr. belegt die Errichtung eines Eingangstores und einer Temenosmauer durch den Carnuntiner Jugendbund (iuventus colens Iovem Dolichenum).

Die severische Blütezeit: Um die Wende vom 2. zum 3. Jahrhundert n. Chr. (unter Septimius Severus und Caracalla) erfährt der Bezirk eine Monumentalisierung. Ältere Anlagen werden durch monumentale Steinbauten ersetzt, Hallenbauten erweitert und Denkmäler für Kaiser Marcus Aurelius und Severus Alexander errichtet.

Das spätantike Ende: Die Münzreihen vom Pfaffenberg – die mit dichten Funden aus der Zeit von Konstantin dem Großen bis zu Valentinian I. (364–375 n. Chr.) reichen – belegen eine kontinuierliche Nutzung des Areals bis weit in das 4. Jahrhundert hinein. Der Untergang des Heiligtums wird heute mit einem schweren Erdbeben nach der Mitte des 4. Jahrhunderts sowie der anschließenden bewussten Demolierung und dem Abbruch der heidnischen Kulte im Zuge der konstantinischen Wende in Verbindung gebracht. Danach wurde das Plateau nicht wieder besiedelt.

Zeitliche Verteilung der Objekte

Zeitspanne der im Paket erfassten Münzen.

Gesamtanzahl 220 Objekte
Bearbeitungsstand 2 von 220 kontrolliert 218 noch offen
hinzugefügt 1%
Zeitbereich der Münzen 32 v.Chr. bis 375

Nominale

Verteilung der im Paket erfassten Nominale; Details beim Überfahren.

Antoninianus34%
Denar17%
As12%
Nummus9%

Alle Nominale anzeigen

Antoninianus22 / 34%
Denar11 / 17%
As8 / 12%
Nummus6 / 9%
AE36 / 9%
Dupondius4 / 6%
Sestertius4 / 6%
Aureus1 / 2%
Quinarius1 / 2%
Dp/As1 / 2%

Materialität

Dominantes Material im Paket; Details beim Überfahren.

38%

Silber

Materialmix anzeigen

Silber20 / 38%
Bronze14 / 27%
Kupfer8 / 15%
Messing8 / 15%
Gold1 / 2%
Silber/Bronze1 / 2%

Münzstätten

Geografische Herkunft der erfassten Prägungen; Details beim Überfahren.

Rom43
Siscia12
Wandermünzstätte2
Aquileia2

Alle Münzstätten anzeigen

Rom43 / 65%
Siscia12 / 18%
Wandermünzstätte2 / 3%
Aquileia2 / 3%
Mediolanum2 / 3%
Ticinum1 / 2%
Heraclea1 / 2%
Kyzikos1 / 2%
Viminacium1 / 2%
Antiochia am Orontes1 / 2%

Katalog der Funde

Alle Münzen anzeigen
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Gallienus
260-268 n. Chr.
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Unbestimmt
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Unbestimmt
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Unbestimmt
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Unbestimmt
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Aurelian
270-275 n. Chr.
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Viminacium: Philippus Arabs
244-245 n. Chr.
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Gordianus III.
241-244 n. Chr.
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Marcus Aurelius und Lucius Verus für Lucilla
161-164 n. Chr.
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Antoninus Pius
145-161 n. Chr.
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Augustus
25 v. Chr. - 12 n. Chr.
Landessammlungen Niederösterreich
Avers
AversKein Bild
Revers
ReversKein Bild
Septimius Severus
197 n. Chr.